Hanf als Medizin

Die Verwendung von Hanf als Medizin kann auf eine tausendjährige Geschichte zurückschauen. Zum erstem mal fand dies Erwähnung in einem Buch der Chinesischen Medizin aus den Jahre2737 vor Christi. Ende des 19. Jahrhunderts gewann auch in Europa die Verwendung von Cannabisprodukten größere Bedeutung. Sie löste das damals oft verwendete Opium als Schmerzmittel ab.

Cannabis beinhaltet über 500 Inhaltsstoffe, sogenannte Cannabinoide. Davon konnten bisher um 400 isoliert werden. Um die 60 davon werden therapeutische Wirkungen zugeschrieben. Die bekanntesten sind Tetrahydrocannabinol (THC), welche zum ersten mal 1964 nachgewiesen konnte, und Cannabidiol (CBD).

Die Erforschung von Cannabis für die medizinische Verwendung steht noch ziemlich am Anfang, war sie doch jahrelang in großen Teilen der Welt verboten. Die Gründe liegen vor allem in den von den USA geführten „War on drugs“ und der Intervention der Pharmaindustrie, die Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe befürchteten, da Cannabis als Heilmittel in Konkurrenz zu den klassischen, chemischen Substanzen gesehen wurde.

Seit einigen Jahren hat ein Umdenken eingesetzt und selbst in den USA, einst Vorreiter der Prohibition, ist mittlerweile in mehr als 20 Bundesstaaten die Verwendung von Hanf als Medizin wieder zugelassen worden.

Was kann man mit Cannabis heilen?

Gut dokumentiert und wissenschaftlich erwiesen ist der positive Effekt zur Schmerzlinderung und zur Minderung der Symptome bei spastischen Lähmungen, bei Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Chemo- und Strahlentherapie bei Krebserkrankungen und mit HIV-Medikamenten, bei Asthma und Grüner Star. Aufgrund der geringen Nebenwirkung ist Cannabis eine wichtige Alternative zu vielen klassisch-chemischen Medikamenten. Weiterhin können Hanfmedikamente gegen Appetit-, und Schlaflosigkeit eingesetzt werden.

Wie wird Cannabis verabreicht?

Auf dem Markt existieren mittlerweile einige Produkte, die aber in den meisten Fällen rezeptpflichtig sind. Dazu zählen Dronabinol (ein Produkt mit teilsynthetisch hergestelltem THC), Nabilon (synthetisches THC) oder das Mundspray Savitex (pflanzliches THC). Aber auch Cannabisblüten können verschrieben werden. Diese stammen meistens aus Kanada oder den Niederlanden.

Die Verwendung von CBD

In den letzten Jahren werden verstärkt CBD Produkte in der Medizin verwendet, u.a. wegen der schmerzlindernden und entzündungshemmende Wirkungen ohne das der Patient einem Rauschzustand ausgesetzt wird. Es verringert auch die Nebenwirkungen des THC wie Angstzustände oder hohe Herzfrequenz. Zusammen eingenommen können die beiden Komponenten bei vielen Anwendungen synergistisch wirken. Einige Samenhersteller haben sich auf die Zucht von CBD potenten Sorten spezialisiert. Allen voran die CBD Crew. Durch erfolgreiche Kreuzung von CBD haltigen mit klassischen Cannabisgenetiken, konnte ein großer Angebot an Sorten kreiert werden.

Rechtliche Situation

Der Einsatz von Hanf als Medizin hängt stark von den Drogengesetzen und dem Stand der Legalisierung im jeweiligen Land ab. Vorreiter sind z.Bsp. Israel, Teile der USA, Tschechien, Belgien, Spanien, Italien oder die Niederlanden. In Deutschland können seit Mai 2016 Cannabismedikamente verschrieben werden, wenn nachweisliche andere Medikamente nicht die nötige Wirkung erzielen. Allerdings sind diese recht teuer und wurden bisher nicht von den Krankenkassen finanziert. Das Gramm Cannabisblüten kostet immer noch mehr als 10 EUR. Auf dem Schwarzmarkt ist es bereits für die Hälfte zu haben.

Gesetz zur Zulassung von Cannabis als Medizin

Der Bundestag hat am 4. Mai 2016 ein Gesetze beschlossen, das den Zugang der Bevölkerung zu einer Therapie mit Cannabis bzw. auf Cannabis basierenden Medikamenten erleichtern soll. Dabei soll auch der staatlich kontrollierte Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken erlaubt werden. Ebenfalls soll gewährleistet werden, das in speziellen Fällen die Krankenkassen sich an den Kosten der auf Rezept verschriebenen Medikamente beteiligen müssen. Eine Erlaubnis zum Eigenanbau zu therapeutischen Zwecken ist hingegen nicht enthalten.

Reaktionen auf das Gesetz

In ersten Reaktionen begrüßen Mediziner, Psychologen und Rechtsexperten das Gesetz, sehen aber auch kritische Momente. Bei vielen potentiellen Anwendungsgebieten fehle einfach der hinreichende wissenschaftliche Beleg, das Cannabis Medizin Produkte besser und nebenwirkungsärmer seien als klassische, chemische Arzneimittel. Die Arzneimittel Lobby lässt grüßen.

Die im Gesetz vorgesehen Begleiterhebung bei Cannabispatienten zur weiteren Erkenntnisgewinnung der Wirkung von Hanf als Medizin, sehen Datenschützer eher skeptisch. Auch der Dachverband der Krankenkassen steht den Gesetz skeptisch entgegen und verweist darauf, das Cannabis auch eine Droge und nicht zu verharmlosen sei. Hier spricht aber vor allen die Angst vor finanziellen Mehrausgaben, die auf die Krankenkasse zukommen würden.

Staatliche Cannabisagentur

Cannabis Arztnei Sativex

Eine staatliche Cannabisagentur soll sich um den Import von medizinischen Cannabis-Arzneimitteln kümmern. Aufträge über den Anbau von Medizinalhanf sollen vergeben werden. Weiterverkaufen wird die Agentur diese Cannabis-Erzeugnisse an Arzneimittelhersteller, Großhändler und Apotheken mit entsprechenden betäubungsmittelrechtlichen Genehmigungen. Gewinn darf sie dabei nicht machen.

www.cannabis-med.org
Gesetz zur Zulassung von Cannabis in Deutschland
CBD Crew